6. Quartierbummel mit Walter Frei

Auch der 6. Quartierbummel mit Walter Frei war äusserst vergnüglich. Immer wieder stelle ich fest, dass Walter Frei unser Quartier sehr genau kennt und auch über Gebäude oder Strassen, die er bereits auf einem seiner früherer Bummel beschrieben hat,  weitere Details und Überraschendes zu erzählen hat. Herzlichen Dank an Walter. Ein nächster Bummel ist bereits für den Herbst geplant.

Was, es soll nichts mehr Neues in unserem Quartier anzusehen geben? Sie werden überrascht sein! Die Einladung folgt!

Pius Jud, Präsident Quartierverein Lachen


Auch bei 6.Quartierbummel war der Start vor dem Haupteingang zum Friedhof Feldli. Über 30 Wissbegierige hatten sich eingefunden.

Weiter ging es in den Friedhof Feldli. Dieser war 1876 anstelle des städtischen Friedhof St. Mangen angelegt worden.

1877 wurde aus den Abbruchmaterialien des alten Rathauses (wo heute das Vadiandenkmal steht) eine Abdankungskappelle erbaut.

1944 erweiterte der Stadtbaumeister Schenker die alte Abdankungskappelle zum heutigen Bau mit "italienischem" Campanile (Glockenturm). Darin sind 180 Sitzplätze und ein riesiges Farbfensterbild "Der letzte Tag der Stadt" (Willy Fries). Über dieses entbrannte Ende des 2. Weltkriegs eine riesen Diskussion. Seit 1985 ist darin die Griechisch-orthodoxe Kirche untergebracht.

Auf der anderen Seite der grossen Allee durch den Friedhof liegt ein künstlicher Teich, ein "Spiegel der Seelen".

Den "Abschluss" bildet eine Mauer, worauf ein etwas ausgebleichtes, aber sehr stimmiges Mosaik zum Thema Sterben und Übergang zu sehen ist.

1903 wurde das klassizistische Krematorim eröffnet. Nach einer riesiegen Diskussion hob die katholische Kirche 1964 das Kremationsverbot auf. 1983 wurde das jetzige Krematorium erbaut, denn heute sind rund 80 % der Bestattungen Kremationen. Die Holzskulptur "Menschensäule" von Josef Felix Müller führte ebenfalls zu einer sehr emotionalen Diskussion. Der Künstler führte 1980-1982 die "St.Gallerie" an der Zürcherstrasse 20.

Die Fabriken an der Feldlistrasse 31/31a, erbaut um 1906 von den Brüdern Iklé, sind ein Musterbeispiel in Architektur im Bereich Fabrikbau.

Dieses unscheinbare Haus gab der Gerbestrasse den Namen. Darin befand sich urspr¨nglich eine Gerberei am damals noch offen fliessenden Feldlibach. Mann, muss das dort gestunken haben!

Nein, am Bummel war nichts mehr vom Gerbergestank zu riechen.

Walter Frei hat auch jedes Mal Zeitdokumente dabei, die er zeigen kann. Hier ein Zeitungsartikel vom Posthochhaus aus den Fünfzigerjahren.

Wie gewohnt genossen die keineswegs müden Bummlerinnen und Bummler anschliessend ein Gläschen in der Dekolounge, zu dem der Quartierverein Lachen eingeladen hatte.

Angeregte Gespräche entstanden und bereits wurde auch der nächste Bummel "zu Faden geschlagen". Sie dürfen gespannt sein.